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21. September 2026
Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) in Deutschland:
In welchem Ausmaß können Kinder einkommensschwacher Eltern davon profitieren?

Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) in Deutschland:
In welchem Ausmaß können Kinder einkommensschwacher Eltern davon profitieren?
Zusammen mit der Berliner NGO "Viva Equality" hat moweb eine Studie durchgeführt, inwiefern Kinder einkommensschwacher Eltern trotzdem ausreichend am gesellschaftlichen Leben partizipieren können: In der Schule, in der Freizeit und im Kulturbetrieb. Letzteres durch die Inanspruchnahme des sogenannten "Bildungs- und Teilhabepaketes" (BuT), für das das Deutsche Sozialgesetzbuch garantieren soll.
Die Frage war also:
Kommt der Anspruch dieser Familien am BuT-System, d.h. die finanzielle Unterstützung für beispielsweise Klassenfahrten, Sportvereine, Musikschulen, Lernförderung, Zuschüsse zu Mittagessen oder Schulmaterial auch tatsächlich in der Realität an? Einige zentrale Ergebnisse:
- Bekanntheit & Information: Zwei Drittel kennen das BuT-Programm, doch es gibt große Lücken im Informationsfluss: Nur 49% haben überhaupt schon einmal entsprechende Unterlagen gesehen. 32% wussten bis heute noch gar nichts von den Leistungen. 25% wussten nicht, wie oder wo man einen Antrag stellen kann und 21% waren sich unsicher, ob sie überhaupt anspruchsberechtigt sind.
- Hindernisse bei der Inanspruchnahme: Nur 42% der formal berechtigten Familien haben in den letzten 12 Monaten einen BuT-Antrag gestellt. Davon empfanden jedoch nur 33% den Ablauf als reibungslos, 34% beklagten zu viel Aufwand und Bürokratie. 31% hatten Probleme mit zu komplizierten Formularen.
- Relevanz und Anspruchsberechtigung: Nur 22% glaubten sicher zu wissen, dass BuT für ihre Familie überhaupt geeignet sei. Nur 50% fühlten sich eindeutig über ihre Anspruchsberechtigung informiert und 51% kannten die Beratungsstellen. Lediglich 23% haben diese bereits in Anspruch genommen.
Eine wichtige Lehre aus der Studie:
Nicht fehlendes Geld im System ist das Problem, sondern dass es die vielen anspruchsberechtigten Familien und deren Kinder am Ende nicht erreicht. Während etwa drei bis vier von zehn Familien im Alltag ihrer Kinder mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, nimmt die Mehrheit das BuT-Programm trotzdem nicht in Anspruch. Und das durch Gründe, die durchaus vermeidbar wären!
Unsere Ergebnisse zeigen nicht nur bestehende Defizite im System auf, sondern identifizieren auch Mittel und Wege, um die Beratung für berechtigte Familien effektiv zu verbessern und dem Staat konkrete Korrekturen in der Kommunikation und im Beantragungsprozess aufzuzeigen.
Das Studiendesign:
Befragt wurden Familien in Deutschland, die Anspruch auf BuT haben, d.h. Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren, die mindestens eine staatliche Sozialleistung beziehen bzw. deren Kinder eine Schule, Kita oder Hort besuchen und die keine Ausbildungsvergütung erhalten.
Die Stichprobengröße war n= 1.004, der Erhebungszeitraum war April bis Mai 2026.